Transformation als Chance
Wandel bringt Herausforderungen – aber auch die Chance, Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen, neue Potenziale zu erschließen und die Region gemeinsam weiterzuentwickeln. Wie Transformation konkret gelingen kann und welche Handlungsmöglichkeiten sich ergeben, darum ging es am 17. September bei der zweiten Auflage von "Erfolgreich durch Transformation”. Nach dem Auftakt 2025 bei SW-Motech war diesmal die Marburger Tapetenfabrik aus Kirchhain Gastgeber.
Rund 60 Teilnehmende aus Wirtschaft, Initiativen und Politik folgten der Einladung des Teams Klimaschutz des Landkreises Marburg-Biedenkopf, der Initiative Klimahandeln Ostkreis und der WFG Marburg-Biedenkopf.
Nach einem Betriebsrundgang durch die Marburger Tapetenfabrik, bei dem die Geschäftsleitung die praxisnahe Transformation des Traditionsstandorts zeigte, folgte die offizielle Begrüßung durch Kirchhains Bürgermeister Olaf Hausmann, der die Bedeutung starker Allianzen hervorhob. Es folgten vier Fachimpulse mit Diskussionen:
Krisenfest durch Veränderung: Norbert Müller von der advacon GmbH zeigte, wie Unternehmen vom klassischen Resilienzgedanken zur sogenannten „Prosilienz“ kommen können. Statt Veränderungen nur abzufedern, gilt es, sie aktiv zu nutzen. Lieferketten absichern, Echtzeitdaten einsetzen und frühzeitig handeln – so lassen sich Risiken besser erkennen und neue Chancen erschließen.
Wärmeplanung als Investitionshilfe: Juliane Liebelt von Klimahandeln Ostkreis ordnete die regionale Wärmeplanung ein und zeigte Perspektiven für den Ostkreis auf. Für Unternehmen und Kommunen bedeutet das vor allem Orientierung: Verlässliche Nahwärmenetze und die Nutzung regionaler Energiequellen bieten langfristige Investitionssicherheit, erleichtern die betriebliche Dekarbonisierung und stärken die Standortattraktivität in Orten wie Kirchhain, Amöneburg, Neustadt oder Rauschenberg.
Klarheit bei neuen Anforderungen: Torben Schmitt lieferte einen praxisnahen Orientierungsrahmen zum neuen Gebäude-Modernisierungs-Gesetz (GModG), zu den Fristen seit Sommer 2026 sowie zu den Solarpflichten. Der Nutzen für die Gäste: Wer Anforderungen frühzeitig kennt, kann Modernisierungen besser planen und Investitionen gezielt mit Energieeffizienz und erneuerbaren Energien verbinden.
Energie lokal erzeugen: Thorsten Reusch von der BioEnergieService Marburger Land eG stellte Potenziale von PV-Eigenversorgung und Energy Sharing (§ 42c EnWG) vor. Für Unternehmen eröffnen dezentrale Lösungen Chancen auf besser kalkulierbare Energiekosten. Gleichzeitig kann regionale Energieerzeugung dazu beitragen, Wertschöpfung durch Pachtzahlungen und Steuern vor Ort zu halten.
Bei dem abschließenden Netzwerken wurde deutlich: Transformation gelingt dann besonders gut, wenn Wissen geteilt, Kontakte geknüpft und Lösungen gemeinsam entwickelt werden. Der O-Ton eines Teilnehmenden bringt es auf den Punkt: "Da ist Ihnen und Ihrem Team eine außerordentliche Versuchsanordnung gelungen: In einem gesellschaftlich schwierigen Diskurs haben Sie Mittelstand, Wissenschaft, Lokalpolitik und Zivilgesellschaft zusammengebracht, die sich gegenseitig positiv verstärkt und Lösungsansätze fokussiert haben. Das war einfach genial, bringt die Region voran und macht zuversichtlich!"
Bei Interesse stellen wir die Präsentationen wie auch die Kontaktdaten der Referenten gerne zur Verfügung (Klimamanagerin Juliane Liebelt, Tel. 06422 808-330, E-Mail: j.liebelt@kirchhain.de).
Foto: WFG Marburg-Biedenkopf)


