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24.09.2026

Konkrete Planungen für das Nahwärmenetz in Kirchhain nehmen Fahrt auf

Die Planungen für ein Nahwärmenetz in der Kirchhainer Kernstadt werden konkreter. Nachdem die Energie Kirchhain GmbH gegründet und im Juni die kommunale Wärmeplanung verabschiedet worden war, hat die Stadtverordnetenversammlung am 31. August mit großer Mehrheit den Weg für die nächsten Planungsschritte freigemacht.

Bürgermeister Olaf Hausmann zeigt sich erfreut über die breite Zustimmung. „Wir haben die Basis für die weiteren Planungen eines gemeinschaftlichen Wärmenetzes geschaffen und können nun mit den nächsten Schritten starten. Unser Ziel ist es, Kirchhain als Stadt nachhaltig und zukunftssicher aufzustellen und gleichzeitig gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern tragfähige Lösungen für die Zukunft zu entwickeln.“, erklärte Hausmann. Besonders wichtig sei es, die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig und auf unterschiedlichen Wegen zu informieren und einzubinden. „Wir wollen möglichst schnell herausfinden, wer an diesem Gemeinschaftsprojekt teilnehmen möchte. Dann wird sich zeigen, ob und wo wir mit dem Bau beginnen können.“

Machbarkeitsstudie soll Klarheit schaffen
Als nächsten Schritt plant die Stadt, eine Machbarkeitsstudie im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) zu beantragen. Damit soll die bisherige, eher grobe Betrachtung aus der kommunalen Wärmeplanung in eine detaillierte Feinplanung überführt werden. Dabei geht es u.a. um konkrete technische Auslegungen der geplanten Infrastruktur, mögliche Wärmequellen sowie Wirtschaftlichkeitsberechnungen. Die Untersuchung soll zeigen, ob und unter welchen Voraussetzungen sich einzelne Bereiche der Kernstadt sowohl technisch als auch wirtschaftlich für ein Wärmenetz eignen.

Im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung wurden in der Kernstadt bereits zwei sogenannte Wärmenetzeignungsgebiete identifiziert. Dabei handelt es sich um die Fokusgebiete Kirchhain Süd und Kirchhain Nord. Beide Bereiche werden grundsätzlich als geeignet für die Errichtung eines Wärmenetzes angesehen.

Welche Gebiete tatsächlich infrage kommen, soll nun die Machbarkeitsstudie genauer untersuchen.

Frühzeitige Einbindung der Bürgerschaft
Eine zentrale Rolle bei den weiteren Planungen spielt die Beteiligung der Bürgerschaft. Denn die Ausweisung eines Wärmenetzeignungsgebietes auf dem Papier bedeutet noch nicht, dass vor Ort tatsächlich genügend Interesse an einem Anschluss besteht.

Das tatsächliche Anschlussinteresse soll nun ermittelt werden. Geplant ist, die Bürgerinnen und Bürger umfassend über das Vorhaben zu informieren und abzufragen, wer sich einen Anschluss an ein künftiges Wärmenetz vorstellen kann.

Diese Informationen sind für die weitere Planung von großer Bedeutung. Denn erst wenn bekannt ist, wie viele Gebäude tatsächlich angeschlossen werden könnten, lassen sich Rohrleitungen, Heizzentralen und Erzeugungstechnik verlässlich dimensionieren. Ein Wärmenetz ist zudem eine gemeinschaftlich getragene Infrastruktur: Die Investitionen in Leitungen und technische Anlagen müssen sich langfristig wirtschaftlich darstellen lassen.

Website als digitale Anlaufstelle
Um die Information und Beteiligung möglichst einfach zu gestalten, soll eine eigene Website zum Nahwärmeprojekt entstehen, die verständlich über das Vorhaben, die nächsten Planungsschritte und Möglichkeiten zur Beteiligung informiert.

Gleichzeitig soll die Website als digitale Anlaufstelle dienen. Bürgerinnen und Bürger sollen dort u.a. ihr Interesse an einem Anschluss bekunden und Angaben zu ihrem Wärmeverbrauch bereitstellen können. Auch eine Beteiligung per QR-Code und Onlineformular ist vorgesehen.

Die digitale Plattform soll geplante Bürger-Infoveranstaltungen vor Ort ergänzen und eine transparente Informationsgrundlage für Eigentümerinnen und Eigentümer sowie weitere Interessierte schaffen. Darüber hinaus werden im Rathaus sämtliche Informationen in Papierform zur Verfügung stehen.

Wärmewende als langfristige Aufgabe
Hinter den Planungen steht auch die grundsätzliche Frage, wie die Wärmeversorgung in Kirchhain künftig gestaltet werden kann. Der Wechsel weg von fossilen Energieträgern zeichnet sich bereits seit Jahren ab. Gas und andere fossile Brennstoffe stehen angesichts steigender Kosten, begrenzter Ressourcen und der Abhängigkeit von internationalen Rohstoffmärkten zunehmend unter Druck.

Damit stellt sich auch für Kommunen die Frage nach langfristigen Alternativen zur bisherigen Gasversorgung. Ein Nahwärmenetz könnte dabei eine Möglichkeit sein, Gebäude künftig gemeinschaftlich und auf Basis erneuerbarer bzw. klimafreundlicher Wärmequellen zu versorgen.

Welche technische Lösung für Kirchhain am Ende tatsächlich infrage kommt, soll im Rahmen der weiteren Untersuchungen geklärt werden.

Energiegenossenschaft unterstützt die Stadt
Bei der Erstellung der Website, den geplanten Infoveranstaltungen und der Ermittlung des Anschlussinteresses wird die Stadt von der Energiegenossenschaft Vogelsberg unterstützt, die sie mit diesen Aufgaben beauftragt h at.

Die Zusammenarbeit erfolgt im Rahmen der Energie Kirchhain GmbH. Dabei sollen kommunale Verantwortung und regionale Erfahrung im Bereich der erneuerbaren Energien miteinander verbunden werden.

Nun soll die Machbarkeit genauer untersucht und gleichzeitig die Bürgerschaft eingebunden werden. Erst wenn technische, wirtschaftliche und organisatorische Fragen geklärt sind und ausreichend Interesse an einem Anschluss besteht, kann entschieden werden, wo und unter welchen Bedingungen ein Nahwärmenetz in Kirchhain tatsächlich gebaut werden kann.

Bei Fragen wenden Sie sich gerne an die Klimaschutzmanagerin der Stadt Kirchhain Frau Juliane Liebelt, Tel.: 06422/808-330, Mail: j.liebelt@kirchhain.de 

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