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07.11.2017

Stadtgrün - »Stadtgrün - Artenreich und Vielfältig«

Kirchhain gehört zu fünf Pilotkommunen in Deutschland, die bei der Entwicklung eines neuen Labels für ein ökologisches Grünflächenmanagement die Vorreiterrolle einnehmen. Das Ergebnis einer Zwischenbilanz zeigt: Das Projekt „Stadtgrün – Artenreich und Vielfältig“ hat in Kirchhain an Fahrt aufgenommen.

Arbeitsgruppe Projekt »Stadtgrün - Artenreich und Vielfältig«
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Aktuell finden verschiedene Planungs- und Umsetzungsprozesse mit Beteiligung der Öffentlichkeit statt. Nach der Auftaktveranstaltung im Januar hat sich jetzt eine lokale Arbeitsgruppe gebildet. Bürgermeister Olaf Hausmann freut sich, dass rund 15 Teilnehmende aus Bürgerschaft, Verbänden, Behörden und Gremien aktiv mitarbeiten.

Die Arbeitsgruppe unterstützt und begleitet die Mitarbeit Kirchhains im Projekt „Stadtgrün – Artenreich und Vielfältig“, das vom Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt e.V.“ koordiniert wird. Weitere Pilotkommunen sind Frankfurt am Main, Hannover, Neu-Anspach und Wernigerode. Das Projekt wird vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert. Kirchhain erhält Fördermittel aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt in Höhe von rund 74.000 Euro.

Die Arbeitsgruppe hat bei einer ersten Zusammenkunft die Ergebnisse der Bestandsaufnahme diskutiert und Ideen zur Förderung der biologischen Vielfalt gesammelt. Weitere Projektschwerpunkte bilden die Erarbeitung einer ökologischen Grünflächenstrategie mit einem Maßnahmenplan, die Umsetzung von Maßnahmen entlang der Röthestraße sowie die Entwicklung von Projekten aus der lokalen Arbeitsgruppe heraus.

In der Bestandsaufnahme wurden die Pilotflächen in der Röthestraße in Kirchhain erfasst. Neben Pflanzen und Zufallsbeobachtungen von Tieren hat das beauftragte Planungsbüro auch Ameisen kartiert. Gerade im Bereich der Ameisen wurden seltene und schützenswerte Arten gefunden, die bei der Maßnahmenplanung berücksichtigt werden sollen. Das Projekt will Bürgerinnen und Bürger für die notwendige Schaffung von Lebensräumen für Tiere und Pflanzen sensibilisieren und darüber informieren.
Die Umstellung der Mahd der Rasenflächen zur Entwicklung artenreicher Wiesen ist hierbei ein wichtiger Ansatz. Von der lokalen Arbeitsgruppe angeregte Projekte sind außerdem die Pflanzung eines Naschgartens, die Errichtung einer Kräuterspirale, das Setzen von Zwiebeln von Frühblühern, das Aufhängen von Nistkästen für verschiedene Vogelarten, aber auch die Ansaat von Blühflächen mit Rücksicht auf die Belange des Verkehrs. Bei einem zweiten Treffen im Juli hat die lokale Arbeitsgruppe den Entwurf des Maßnahmenplanes diskutiert und die gesammelten Ideen eingearbeitet.

Die Pilotmaßnahmen im öffentlichen Stadtgrün in der Röthestraße können in einem nächsten Schritt in ganz Kirchhain und in anderen Ortsteilen umgesetzt werden. Ein wichtiger Baustein im Projekt hierzu ist die Einbeziehung von Bürgerinnen und Bürgern und Grundstückseigentümerinnen und -eigentümern, deren private Initiativen gefördert werden sollen. Die lokale Arbeitsgruppe regte an, über das Thema Wandbegrünung oder naturnahe Friedhofsbepflanzung zu informieren. Ziel ist es, neue Lebensräume auf öffentlichen und privaten Grünflächen zu schaffen, die Vielfalt an Pflanzen und Tieren zu fördern und ihnen Nahrung und Rückzugsräume zu bieten.

Beim Vororttermin des Bündnisses „Kommunen für Biologische Vielfalt“ im August wurden die Bestandsaufnahme und der Maßnahmenplan vorgestellt und gemeinsam mit der lokalen Arbeitsgruppe diskutiert. Die Kommission bewertete die geplante Umstellung von geeigneten Rasenflächen auf eine extensive Mahd und die Entwicklung von Blühflächen positiv. Die bereits erfolgte Anlage von extensiv gepflegten Staudenbeeten wurde begrüßt. Die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern sowie von Vereinen z.B. Naturerlebnis Erlensee oder die naturnahe Gestaltung im Außenbereich mit Gemeinschaftsgarten wurde ebenso gelobt wie die vielfältigen Angebote im Bereich Naturbildung z.B. Kindergruppe Grashüpfer oder Lehrpfad am Sandfang.

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