Stadt plant Regionalladen in der Innenstadt
Kirchhain erhält Förderung aus Landesprogramm „Zukunft Innenstadt“
Die Stadt Kirchhain gehört zu den Kommunen, die im Rahmen der Neuausschreibung des Landesprogramms „Zukunft Innenstadt“ erfolgreich waren. Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori überreichte am 17. Dezember 2025 in Frankfurt am Main gemeinsam mit Mitgliedern des „Bündnisses für die Innenstadt“ die Zuwendungsbescheide an die neu aufgenommenen Förderkommunen. Insgesamt 62 Städte und Gemeinden erhalten bis Ende 2028 Fördermittel in Höhe von 11,46 Millionen Euro – ein starkes Signal für die Bedeutung lebendiger, vielfältiger und zukunftsfähiger Innenstädte in Hessen.
Die Resonanz auf den Förderaufruf war erneut außergewöhnlich hoch: 118 Bewerbungen gingen ein und Kirchhain gehört zu einer der rund 60 Landessiegern.
Unter dem Motto „Experimentieren, ausprobieren, einfach mal machen“ waren die hessischen Kommunen aufgerufen, sich mit kreativen Maßnahmenpaketen um ein Innenstadtbudget von bis zu 200.000Euro zu bewerben. Kirchhain hat sich mit der Einrichtung eines Regionalladens beworben und eine Fördersumme von 200.000 Euro erhalten. Der Eigenanteil beträgt 12,5%
Machbarkeitsstudie bildet die Grundlage
Um den geplanten Regionalladen fundiert vorzubereiten und erfolgreich umzusetzen soll zunächst eine umfassende Machbarkeitsstudie erstellt werden. Sie soll die wirtschaftlichen, räumlichen, sozialen und organisatorischen Rahmenbedingungen analysieren und konkrete Umsetzungsempfehlungen liefern.
Regional, international, identitätsstiftend
Mit dem geplanten Regionalladen soll ein lebendiger Treffpunkt in der Innenstadt entstehen, der regionale Wertschöpfung, internationale Partnerschaft und städtisches Leben miteinander verbindet. Das Sortiment soll Produkte von Direktvermarktern, landwirtschaftlichen Betrieben und kleinen Produzenten umfassen – von frischem Obst und Gemüse über Honig, Käse und Brot bis hin zu handwerklichen Erzeugnissen.
Ein besonderes Merkmal ist die Einbindung der vier Partnerstädte Plomelin (Frankreich), Viti (Kosovo), Doberlug-Kirchhain (Brandenburg) und Thierhaupten (Bayern).
Der Regionalladen soll als Frequenzbringer wirken, die Nahversorgung stärken und die Innenstadt als Ort der Begegnung beleben. Die Umsetzung ist in enger Zusammenarbeit mit dem Verkehrsverein, den Partnerstädten, regionalen Produzenten und einem sozialen Träger geplant.
Inklusive Teilhabe: Ein Laden, der verbindet
Das besondere und zentraler Baustein des Projekts soll die Kooperation mit einem sozialen Träger werden, der Menschen mit Einschränkungen aktiv in den Betrieb einbindet. Sie sollen Aufgaben im Verkauf, in der Organisation und in der Betreuung übernehmen und so den Laden mitgestalten.
Im Regionalladen sollen nach Möglichkeit auch vom Träger produzierte Produkte angeboten werden. Damit wird nicht nur das Sortiment erweitert, sondern auch die Arbeit der Menschen hinter den Kulissen wertgeschätzt und sichtbar gemacht.
Der Regionalladen wird so zu einem Ort der Begegnung auf Augenhöhe: Er verbindet wirtschaftliche Impulse mit sozialer Verantwortung und stärkt die Selbstständigkeit von Menschen mit Einschränkungen.
Weniger Lieferverkehr – mehr Lebensqualität: Integrierte Abholstation
Um die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt weiter zu verbessern, plant die Stadt eine integrierte Abholstation im Regionalladen. Sie dient als zentraler Umschlagpunkt für Waren, die an lokale Einzelhändler ausgeliefert werden.
Durch die Bündelung der Lieferprozesse soll der Lieferverkehr in der Fußgängerzone reduziert, die Sicherheit erhöht, mehr Raum für Begegnung und ein weiterer Schritt hin zu einer modernen, verkehrsberuhigten und lebenswerten Stadtmitte geschaffen werden.
Ein gemeinsamer Weg in eine starke Zukunft
Mit der Kombination aus Machbarkeitsstudie, Regionalladen, inklusiver Teilhabe und intelligenter Verkehrslenkung setzt die Stadt Kirchhain ein deutliches Zeichen: Die Innenstadt soll ein Ort sein, der wirtschaftliche Stärke, soziale Verantwortung und kulturelle Vielfalt miteinander verbindet.
Die Projekte greifen ineinander, stärken sich gegenseitig und tragen dazu bei, die Vision „Unser Kirchhain 2035“ Schritt für Schritt Wirklichkeit werden zu lassen.
„Mit der Einrichtung eines Regionalgeschäftes in der Innenstadt tragen wir dem Wunsch vieler älterer Mitbürger Rechnung, indem wir ihnen einen wohnortnahen Nahversorger mit kurzen Wegen, barrierefreiem Zugang und einem vielfältigen Angebot an frischen regionalen Produkten bieten. Gleichzeitig ist ein solcher Regionalladen ein wichtiger Impuls für die Belebung unserer Innenstadt: Er stärkt die lokale Versorgung, erhöht die Aufenthaltsqualität und schafft einen Anziehungspunkt, der auch anderen Geschäften zugutekommt. Ich freue mich sehr über die hohe Förderung und bin gespannt auf die Umsetzung des Projektes“ erklärt Bürgermeister Olaf Hausmann.
Foto: Stadt Kirchhain
BU: Starke Ostkreiskommunen: Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori überreichte nicht nur an Bürgermeister Olaf Hausmann und Kerstin Ebert für die Stadt Kirchhain Förderbescheide. Auch die Städte Neustadt und Stadtallendorf erhielten eine Förderung


