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07.03.2025

Rückblick Jahresempfang 2025 - Teil 2

„Vom Feld auf den Tisch“ - Interessante Talkrunde beim Jahresempfang 2025

„Regionale Vielfalt – Vom Feld auf den Tisch“ war das Thema des diesjährigen Jahresempfangs.

Nach den Ehrungen (siehe Bericht im Kirchhainer Anzeiger vom 28.02.2025) konnte die Moderatorin Ruth Firsching von Bosshammersch Hof in der anschließenden Talkrunde fünf Gesprächspartner begrüßen. Die Interviews mit Marie-Luise Kohl (Bosshammersch Hof), Andreas Hanisch (Öko Agrar GmbH, Langenstein), Gerd Gansen (Verbraucher regionaler Produkte, Langenstein), Marieke Knabe (Klimamanagerin IKZ Klimahandeln Ostkreis) und Stefanie Kleinheins (Kleinheins Buch & Papier Kirchhain) waren abwechslungsreich und hochinteressant. In der Diskussionsrunde wurde aufgezeigt, wie die regionale Lebensmittelversorgung vor Ort funktioniert, wie man sich untereinander besser vernetzen kann und wie z.B. Transportwege optimiert werden können.

Während Andreas Hanisch die Produkte anbaut, u.a. an Bosshammersch Hof liefert und auch an Kundinnen und Kunden verkauft ist Gerd Gansen ein Endverbraucher, der ganz bewusst regional einkauft. Sie gaben einen Einblick in ihre Arbeit bzw. ihre Motivation, regional einzukaufen.

Stefanie und Peter Kleinheins arbeiten schon viele Jahre zusammen mit der Familie Firsching und betreiben ein Teil ihrer Bücher über die Fahrdienste des Großseelheimer Unternehmens.

Hausmann appelliert an Bund und Land

Bürgermeister Olaf Hausmann verzichtete auf den Blick zurück, sondern schaute nach vorne. Er machte deutlich, dass die Zukunftsprojekte der Stadt Kirchhain in großer Abhängigkeit zur finanziellen Ausstattung der Kommune stehen. Gut auskömmliche Finanzmittel einerseits und die Zurückgewinnung der kommunalen Eigenverantwortlichkeit und Selbstverwaltung stehen leider im krassen Widerspruch zu den aktuellen Gegebenheiten, erklärte Hausmann und machte deutlich, dass die Aufgabenfülle und gesetzlich geforderte Aufgabentiefe ebenso zunimmt, wie die Abhängigkeit der Kommunen von Fördermitteln aus Bund und Land.

„Ich frage mich manchmal schon, ob man in Berlin und Wiesbaden den Bürgermeistern mit ihren Verwaltungen und den Stadtverordneten vor Ort nicht zutraut, die für ihre Kommune zum jeweiligen Zeitpunkt richtige Entscheidung zur Verwendung der Gelder zu treffen“, erklärte Hausmann und weiter: „Ich wünschte mir, dass dieses Vertrauen in die demokratisch gewählten Vertreterinnen und Vertreter wieder stärker in das Bewusstsein von Bund und Land zurückkehrt“.

Stadt steht vor großen Herausforderungen

Zudem ging Hausmanna auf die notwendige Modernisierung der Infrastruktur, wie z.B. Straßen, Feuerwehren, Dorfgemeinschaftshäuser sowie Kitas ein, die genauso im Fokus der Zukunft stehen wie Aufgaben rund um den Klimaschutz, die Mobilität oder die Wärme- und Energieversorgung.

Projekte wie die städtebauliche und soziale Entwicklung, wie z.B. die Sanierung des Freibades, die Verlagerung des TSV Sportgeländes und Gestaltung des Naherholungsgebiets Sandfang bei gleichzeitiger Neuausrichtung des Quartiers am Festplatz wird ein hohes Maß an Finanzausstattung erfordern. Die dramatische Unterfinanzierung der Kommunen und die ungerechte Verteilung der Lasten und Finanzmittel führen zu deutlichen Einschnitten, die die Umsetzung der Projekte nicht einfacher machen und zu Frustrationen auf allen Ebenen führen.

Hausmann machte deutlich, dass sich die Bürgerinnen und Bürger in Zukunft mehr einbringen und Projekte mit umzusetzen müssen.

„Auf das ehrenamtliche Engagement, das freiwillige persönliche Einsetzen für das Gemeinwohl wird es in Zukunft mehr und mehr ankommen. Wir werden die Zukunftsaufgaben nur dann bewältigen können, wenn sich alle einbringen“, so das Fazit des Bürgermeisters.

Bildunterschrift: Ein Highlight des Abends waren die Musikbeiträge der Big-Band der Alfred-Wegener-Schule Kirchhain

Fotos: Stadt Kirchhain / Frank Wagner

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