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03.05.2024

Nie wieder ist jetzt - Kirchhain setzt ein Zeichen

Demokratie und Grundgesetz sind stark solange wir es sind

Rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich am 25. April auf dem Marktplatz zusammengefunden, um ein Zeichen gegen Hass, Hetze und Demokratiefeindlichkeit zu setzen.

Insbesondere die Schülerinnen und Schüler der Alfred-Wegener-Schule haben zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen. Neben der Musik des AK Leistungskurses hat der Redebeitrag der Schülersprecher Julia Schäfer, Emilie Hohl und Timothy Brock viel Beifall erhalten. Sie warnten vor der Verharmlosung rechtsextremer Aussagen, beleuchteten die Rolle sozialer Medien und hinterfragten das Bildungssystem. Sie kritisierten deutlich, dass eine Thematisierung des Dritten Reichs erst in der zehnten Klasse passiere und damit viel zu spät sei.


Eröffnet wurde die Veranstaltung von Stadtverordnetenvorsteherin Helga Sitt. Sie verurteilte die von AfD-Funktionären und Identitärer Bewegung als „Remigration“ betitelten Plan, Millionen Menschen mit Migrationshintergrund aus Deutschland abschieben zu wollen. Sitt wies darauf hin, dass Menschen aus über 90 Nationen in Kirchhain friedlich zusammenleben.

Dekan Jens Heller rief die Menschen dazu auf, nicht zu schweigen und ein klares Zeichen für Demokratie und Vielfalt zu setzen. „Wir wissen doch, was passiert, wenn wir die Grenzen überschreiten, das Böse zu lange geduldet und gleichzeitig geschwiegen wird“, so der Appell des Dekans.

Die Intendantin des Hessischen Landestheaters Marburg Carola Unser-Leichtweiss bedankte sich bei den Menschen, die auf dem Marktplatz gekommen waren, um zu zeigen, dass sie ein Land wollen, in dem „sich alle willkommen fühlen. Sie rief die Teilnehmenden auf, wählen zu gehen, achtsam zu sein und sich für ein buntes und schönes Kirchhain einzusetzen.

Auch Landrat Jens Womelsdorf und Bürgermeister Olaf Hausmann mahnten, dass die Demokratie keine Selbstverständlichkeit sei. Hausmann rief die Menschen auf, sich vor Ort immer mit einzubringen, die Politik in den Ortsbeiräten und im Stadtparlament positiv kritisch zu begleiten. „Es werden nie alle mit den einzelnen und wechselnden Mehrheitsentscheidungen der Stadtverordnetenversammlung einverstanden sein. Das Auseinandersetzen mit der Entscheidungsfindung und die Akzeptanz des Ergebnisses macht Demokratie aus. Unsere Aufgabe ist es, für sie den Weg dahin transparent, erkennbar und nachvollziehbar zu gestalten. Ja, wir wollen Demokratie erfahrbar und erlebbar machen. Das ist nicht einfach, aber es lohnt sich. Engagieren sie sich – seien sie offen, bleiben sie dran“, so der Aufruf des Bürgermeisters.

Im Anschluss an die Kundgebung auf dem Marktplatz veranstalteten Stadt gemeinsam mit den Hessischen Landestheater Marburg die Lesung „Im Westen nichts Neues“, die die Zuschauerinnen und Zuschauer in ihren eigenen Bann zog.

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