Kirchhain blüht -
Bienen und Blütenpflanzen sind aufeinander angewiesen
Bienen und Blütenpflanzen haben sich im Laufe der Naturgeschichte gemeinsam entwickelt und sind in ihrer Existenz aufeinander gewiesen. Das Ausmaß dieser Symbiose ist leicht zu erkennen, wenn man sich klar macht, dass alle farbigen Blüten darauf angelegt sind, Insekten anzulocken. Fliegen diese von Farben und Duft gelenkt die Blüten an, werden sie oftmals mit süßem Nektar belohnt, der am Boden der Blüte angeboten wird. Bis sich die Besucher dahin „vorgearbeitet“ haben, sind die männlichen Staubgefäße durchgeschüttelt und abgestreift und der freiwerdende Pollen auf dem Körper der Insekten verteilt. So transportieren ihn diese von Blüte zu Blüte und befruchten die weiblichen Blütennarben.
So unterschiedlich und vielfältig Blüten in Größe, Form und Farbe sind, so vielfältig sind auch die Insekten, die sich an der Bestäubung beteiligen. Man findet sie beispielsweise unter den Schmetterlingen, Fliegen, Schwebfliegen und Käfern, besonders häufig jedoch in der Gruppe der Bienen. Diese haben sich in hohem Maße auf die Symbiose mit Blütenpflanzen spezialisiert. Sie tragen ein Haarkleid, in dem der Pollen besonders gut anheften kann und ernähren sich ausschließlich von dem Pollen, Nektar und Honigtau der Pflanzen.
Zu den Bienen zählen neben der Honigbiene und verschiedenen staatenbildenden Hummelarten hierzulande mehr als 500 solitäre Wildbienenarten. Bei diesen legen die Weibchen ihre Eier mit ein bisschen Pollen- und Nektarproviant versehen an einer geschützten Stelle, etwa im Boden, in Pflanzenstengeln oder löchrigem Totholz ab, wo die Nachkommen sich selbst überlassen meist erst im Folgejahr schlüpfen. Manche von ihnen sind nur wenige Millimeter groß und werden daher oft übersehen, andere erreichen die Größe von Hummeln und wecken mit auffälliger Färbung die Aufmerksamkeit der Beobachter.
Wollen wir die Vielfalt der Blütenpflanzen in Garten, Landwirtschaft und Natur erhalten, dann muss auch die Vielfalt an Bienen erhalten werden. Die Honigbiene gilt als besonders lern- und anpassungsfähig und kann daher viele verschiedene Pflanzen bestäuben. Optimal ist jedoch das Zusammenwirken verschiedener Bienenarten mit ihren jeweiligen spezifischen Anpassungen. Um dies zu gewährleisten, kommt einem ganzjährigen Blütenangebot und dem Erhalt vielfältiger Nistmöglichkeiten besondere Bedeutung zu.
Mit dem Projekt „Kirchhain blüht“ möchte die Stadt bei der Pflege ihrer Grünflächen zu dieser Vielfalt beitragen und ihre Bürger zur Unterstützung ermuntern. Gegenüber den früher wöchentlich gemähten Rasenflächen bieten die zur Blüte gelangenden Grasflächen, wie beispielsweise nahe der Bahnunterführung (s. Bild), Insekten ein breites Nahrungsangebot und zusätzliche Nistmöglichkeiten. Was vielleicht zeitweise „wild“ aussieht, sollten wir als wertvolles Biotop schätzen. Und auch Gebäude können durch die Begrünung von Wänden und Dächern zu attraktiven Lebensräumen für Insekten werden.
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter www.bund.net/wildbienen
Autor: BUND Kirchhain in Kooperation mit Stadt Kirchhain


