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07.08.2026

Innovativer Haustyp für bezahlbaren Wohnraum

Staatskanzlei besucht Genossenschaftsprojekt in Kirchhain

Im Rahmen seiner Sommertour hat der Chef der Hessischen Staatskanzlei, Staatssekretär Benedikt Kuhn, am Montag das genossenschaftliche Wohnbauprojekt der Gemeinnützigen Wohnungs- und Siedlungsbaugenossenschaft Marburg‑Cappel eG (gwsbg) in Kirchhain besucht. Da Bürgermeister Olaf Hausmann sich im Urlaub befindet, wurde die Stadt durch den Ersten Stadtrat Dietmar Menz vertreten.

Die gwsbg entwickelt an den Standorten „An der Wohra“ und „Bei der Papiermühle“ drei Mehrfamilienhäuser in nachhaltiger Holz‑Hybridbauweise. Jedes Gebäude umfasst rund 276 Quadratmeter Wohnfläche, aufgeteilt in vier Sozialwohnungen. Ein Haus wird bereits Mitte August bezogen, weitere Wohnungen in den anderen Gebäuden sind vergeben oder reserviert.

Nominiert für den Hessischen Demografie-Preis
Das Projekt ist für den Hessischen Demografie‑Preis nominiert und gilt als beispielhaft für bezahlbaren Wohnraum im ländlichen Raum. Die Staatskanzlei würdigt insbesondere die Entwicklung eines finanziell kalkulierbaren Prototyps, der durch regionale Handwerksbetriebe, kurze Transportwege und eine effiziente Planung überzeugt.

Vorstandsvorsitzender Stefan Funk stellte dem Staatssekretär die wichtigsten Merkmale des Projekts vor und erläuterte sie im Detail:

  • Wohnungsgrößen von 60, 72 und 84 Quadratmetern: Die vier Wohneinheiten sind bewusst unterschiedlich dimensioniert, um verschiedenen Haushaltsgrößen gerecht zu werden – von Single‑Haushalten bis zu kleinen Familien. Jede Wohnung verfügt über eine Terrasse oder einen Balkon.
  • Kaltmiete von 8,65 Euro pro Quadratmeter: Durch die optimierte Bauweise und die genossenschaftliche Struktur bleibt die Miete unter marktüblichen Preisen. Das Projekt zeigt, dass bezahlbarer Wohnraum auch ohne Qualitätsverlust möglich ist.
  • Moderne Energie- und Umwelttechnik: Alle Häuser sind mit Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen ausgestattet, wodurch ein großer Teil des Energiebedarfs regenerativ gedeckt wird. Eine Zisterne ermöglicht die Bewässerung des Außengeländes mit Regenwasser – ein Beitrag zur Ressourcenschonung und Klimaanpassung.
  • Praktische Zusatzräume im Dachgeschoss: Neben Abstellflächen steht ein Trockenraum zur Verfügung, der den Mietenden zusätzliche Flexibilität bietet und den Wohnraum entlastet.
  • Intelligentes Be- und Entlüftungssystem: Die Gebäude verfügen über eine durchdachte Lüftungstechnik, die Feuchtigkeit reguliert und ein gesundes Raumklima sicherstellt.

Bei der Gestaltung des Außengeländes können die Mietenden ihre Wünsche und Ideen mit einbringen. Geplant sind unter anderem Lavendelpflanzungen sowie zahlreiche Bäume und Sträucher.

Die Baukosten liegen bei knapp 1,1 Millionen Euro pro Haus. Die Genossenschaft plant, den Haustyp künftig mehrfach im Landkreis und ggf. darüber hinaus einzusetzen.

Stefan Funk, dem man bei der Vorstellung die Begeisterung deutlich anmerkte, betonte die Bedeutung des Projekts: „Bezahlbarer Wohnraum ist eine der zentralen sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. In Kirchhain ist ein nachhaltiger Prototyp entstanden, der gerade für den ländlichen Raum eine echte Lösung bieten kann.“

Preisverleihung am 26. August
Neben dem Kirchhainer Projekt sind weitere Initiativen für den Demografie‑Preis nominiert, darunter eine Boulderhalle in Bad Orb und der Zukunftsbeirat der Gemeinde Weinbach. Stefan Funk hat das Projekt am 5. August der Fachjury vorgestellt. Die Preisverleihung findet am 26. August statt.


Foto: Stadt Kirchhain

BU: Stefan Funk (4. v.r.) erläuterte Staatssekretär Kuhn (3. v.l.) das Bauprojekt „An der Wohra“. Ebenfalls vor Ort waren u.a. die Landtagsabgeordneten Sebastian Sack und Dirk Bamberger und Erster Stadtrat Dietmar Menz

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