Erinnern - Mahnen - Wachhalten
Stadt und Geschichtsverein gedenken dem 29. März 1945
Anlässlich des 80. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkrieges fanden in Kirchhain gleich mehrere Veranstaltungen statt. Bereits am Vormittag gedachten Bürgermeister Olaf Hausmann, Stadtverordnetenvorsteherin Helga Sitt, Vertreter des Magistrats sowie die Ehrenbürger Willibald Preis und Klaus Weber sowie der Reservistenkameradschaft den Opfern und legten am Ehrenmal auf dem Friedhof einen Kranz nieder.
Bewegende Lesung mit Reinhold Beckmann: „Aenne und ihre Brüder“ berührt Kirchhainer Publikum
Am Abend veranstalteten die Stadt Kirchhain und der Heimat- und Geschichtsverein Kirchhain die Lesung „Aenne und ihre Brüder“ mit dem Journalisten, Sportmoderator und Musiker Reinhold Beckmann. Über 200 Zuschauerinnen und Zuschauer konnten die Veranstalter im Bürgerhaus begrüßen.
Die Zuschauer waren so gebannt von den Schilderungen, dass man sprichwörtlich eine Stecknadel hätte fallen hören können. Beckmanns Erzählung über das Schicksal seiner Mutter Aenne, die im Krieg alle ihre vier Brüder verlor und ihren eigenen Weg findet, war nicht nur bewegend, sondern auch in vielerlei Hinsicht beispielhaft für zahlreiche Kirchhainer Familien. Die Parallelen zu persönlichen Familiengeschichten einiger Zuhörer machten die Lesung zu einem besonders ergreifenden Erlebnis. Mit seiner einfühlsamen Art gelang es Beckmann, die tiefgehenden Emotionen der Geschichte lebendig werden zu lassen.
Am Ende der Lesung sang Reinhold Beckmann noch das Lied "Vier Brüder", das noch einmal eine besondere Atmosphäre im Publikum schaffte. Der tief bewegende Text und die einfühlsame Darbietung von Beckmann und seinem Gitarristen Johannes Wennrich hinterließen einen nachhaltigen Eindruck. Viele waren sichtlich berührt, einige mit nachdenklichem Ausdruck, andere mit Tränen in den Augen.
Das Publikum honorierte die Lesung mit langanhaltendem Applaus. Ein Abend, der sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Stadtführungen fanden großes Interesse
Der Heimat- und Geschichtsverein Kirchhain organisierte an dem Wochenende zwei Stadtführungen zu historischen Schauplätzen, die auf großes Interesse stießen und bereits im Voraus ausgebucht waren.
Während der Führungen informierte Harald Pausch die Teilnehmenden über die Geschehnisse des 2. Weltkrieges an den verschiedenen Orten im Stadtgebiet. Eingebunden in die Führung waren auch zahlreiche Zeitzeugenberichte, die die dramatischen Ereignisse vom 29. März 1945 lebendig machten. Besonders eindrucksvoll war die Besichtigung eines ehemaligen Luftschutzkellers, in dem sich die Einwohner damals vor den Kämpfen versteckten. Zudem wurden Objekte ausgestellt, die vom Kampfmittelräumdienst in der Wohra geborgen wurden – stille Zeugen der Vergangenheit.
Die Führungen boten eine eindrucksvolle Gelegenheit, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen und der Opfer zu gedenken.
Foto: Stadt Kirchhain
BU: Erinnerungsfoto mit Reinhold Beckmann (2. von links) und seinem Gitarristen Johannes Wennrich sowie Bürgermeister Olaf Hausmann und der Vorsitzenden vom Heimat- und Geschichtsverein Kerstin Ebert


