Sprungziele
Seiteninhalt
23.10.2025

Ergebnispräsentation der Stadt Kirchhain zur kommunalen Wärmeplanung

Zum Abschluss der kommunalen Wärmeplanung der Stadt Kirchhain fand am 22. September eine Informationsveranstaltung für Bürgerinnen und Bürger im Bürgerhaus Kirchhain statt. Nach einer Begrüßung durch Bürgermeister Olaf Hausmann stellten Robert Egelkamp und David Dybeck von den beauftragten Unternehmen EAM EnergiewendePartner GmbH und HORIZONTE-Group GmbH die Ergebnisse der Wärmeplanung vor. Ein besonderes Augenmerk lag dabei auf dem Zielszenario, welches den Pfad zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung der Stadt Kirchhain bis 2045 beschreibt. Zusammen mit Bürgermeister Olaf Hausmann und dem Klimaschutzmanagement wurden in einer anschließenden Diskussionsrunde die unterschiedlichen Perspektiven und Optionen für eine sinnvolle und wirtschaftliche Beheizung der Gebäude in Kirchhain besprochen.

Die kommunale Wärmeplanung dient dabei als Planungsgrundlage für eine Umstellung der Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien.

Sie basiert auf einer detaillierten Bestands- und Potenzialanalyse des Wärmebedarfs sowie der erneuerbaren Wärmeerzeugung. Derzeit wird der überwiegende Anteil der Wärmeversorgung der Stadt Kirchhain durch fossile Brennstoffe, vor allem in Form von Heizöl und Erdgas, gedeckt.

Demgegenüber bestehen durch die Nahwärmenetze, u.a. in Großseelheim und Kleinseelheim bereits erneuerbare Versorgungsoptionen in den jeweiligen Stadtteilen.

Die Erweiterung der bestehenden sowie der mögliche Bau neuer Wärmenetze sind ein wichtiger Faktor, um eine klimaneutrale Wärmeversorgung bis zum Zieljahr 2045 zu ermöglichen. Als erneuerbare Wärmequellen stehen für die Versorgung der Wärmenetze neben den bereits eingesetzten biogenen Brennstoffen potenziell auch verbrennungsfreie Wärmequellen zur Verfügung, wie zum Beispiel die Kläranlage im Süden der Kernstadt. Für Gebäude, bei denen mittel- und langfristig kein Anschluss an ein Wärmenetz möglich sein wird, muss die Umstellung der Wärmeversorgung individuell erfolgen. Hier wird die Wärmepumpe eine zentrale Rolle spielen. Eine Umstellung des bestehenden Erdgasnetzes (z.B. auf Wasserstoff) ist zu diesem Zeitpunkt nicht abzusehen.

Im Kern der kommunalen Wärmeplanung steht die Untersuchung von Teilgebieten hinsichtlich ihrer optimalen zukünftigen Wärmeversorgung. Dazu erfolgt eine Einteilung von Eignungsgebieten anhand wirtschaftlicher Kriterien auf Grundlage der lokalen Rahmenbedingungen. Die Eignungsgebiete dienen dabei zur Orientierung bei der Gestaltung der Wärmewende in Kirchhain. Es entstehen daraus weder Rechte noch Verpflichtungen. Für Kirchhain sind folgende Wärmenetzeignungsgebiete ausgewiesen worden: Kleinseelheim, Großseelheim-Süd, Kirchhain Kernstadt-Süd und –Nord.

In einem klimaneutralen Zielszenario wird für die Stadt Kirchhain bis zum Jahr 2045 eine Versorgung überwiegend basierend auf Nahwärme und Wärmepumpen sowie eine Reduzierung des Wärmebedarfs in Höhe von ca. 35% prognostiziert. Um diese Entwicklung zu unterstützen, werden im Rahmen eines Maßnahmenkatalogs Handlungsoptionen für die Kommune festgelegt, wie zum Beispiel die Erweiterung von Beratungsangeboten oder die energetische Sanierung der kommunalen Liegenschaften. 

In den kommenden Monaten ist eine Offenlegung des Ergebnisberichts zur kommunalen Wärmeplanung geplant. Daraufhin erfolgen der Beschluss und die abschließende Veröffentlichung des Wärmeplans durch die Stadt. Kirchhain erhält damit frühzeitig ein Leitbild für die Umstellung der Wärmeversorgung und kann diese Transformation nun mit konkreten Projekten unterstützen. Ab dem 01.07.2028 greift die Regelung nach dem Gebäudeenergiegesetz, dass in Bestandsgebäuden defekte Heizungen, die nicht repariert werden können, durch neue Heizungen mit mindestens 65 % EE-Anteil ersetzt werden müssen.

Für dieses Vorhaben wurde der Stadt Kirchhain eine Förderung von bis zu 90% der Kosten im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative bewilligt.

Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei.

Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.

Weitere Informationen zur Wärmeplanung finden Sie auf www.klimahandeln-ostkreis.de. Bei Fragen wenden Sie sich gerne an die Klimaschutzmanagerin der Stadt Kirchhain Frau Juliane Liebelt, Tel.: 06422 / 808-330, Mail: j.liebelt@kirchhain.de 

Logo Ministerium, Klima
Logo Ministerium, Klima
Seite zurück Nach oben