Kooperation "Kirchhain blüht"
Beginn einer guten Zusammenarbeit
Das Bieneninstitut Kirchhain und die BUND Ortsgruppe Kirchhain kamen mit ihrem Anliegen, mehr blühende Flächen als Nahrungsquellen für Insekten anzubieten, im Herbst 2007 auf die Stadt zu. Die Stadt war sofort von der Idee begeistert und sagte eine Zusammenarbeit in einem Gemeinschaftsprojekt zu.
Hintergrund sind sowohl die seit Jahren zurückgehenden blühenden Flächen in der Feldflur als auch in den Städten.
Auf den Feldern werden Pflanzen, die nicht geerntet werden sollen, stark zurückgedrängt. Ziel der Landwirte ist ein hoher Ertrag der ausgesäten Pflanzen. Vermehrt werden Wegeränder gemulcht. Hierdurch soll ein Eintrag von unerwünschten Pflanzen auf die Felder so niedrig wie möglich gehalten werden.
Zerstört werden dadurch allerdings Nahrungsquellen für Insekten, Wildbienen und Kleintiere. Wildbienen haben teilweise einen Aktionsradius von 50 bis max. 100 Metern. Hiermit wird deutlich, dass das Zurückschneiden der Vegetation an Wegerändern die Verbreitung und Vermehrung von Insekten und Wildbienen verhindert oder sogar unmöglich macht.
Auch in den Städten werden die Gärten für Insekten und Wildbienen immer unattraktiver. Koniferen ohne Blüten, Steingärten in denen jedes Unkraut ausgezupft wird, gepflasterte oder asphaltierte Gartenwege und Garagenzufahrten sind zwar arbeitsextensiv, tragen aber zur Nahrungsarmut bzw. zum Nahrungsmangel und somit zum Artensterben der Insekten und Wildbienen bei.
Vor diesem Hintergrund wurde angeregt, Rasenflächen in Blühflächen umzugestalten.
Ziel
Für Insekten und Wildbienen sollen vermehrt Nahrungsquellen (Pollen und Nektar) und Möglichkeiten zur Verpuppung angeboten werden.
Hierzu wird die Stadt Kirchhain versuchsweise erste Flächen mit Blumensamen aussäen.
Für die Zukunft erhoffen die Initiatoren des Projektes, dass sich auch Privatpersonen dem Projekt anschließen. Sie könnten Rasenflächen durch Blühflächen ersetzen; nahrungsarme gefüllte Pflanzenarten für Kästen und Kübel durch nahrungsreiche Pflanzen ersetzen. Vielleicht wird der/die Eine oder Andere sein Hecken- und Baumsortiment im Garten auf nahrungsreiche Pflanzen umstellen oder erweitern. Ein einzelner Baum, z.B. eine Weide im Frühjahr, kann da schon viel bewirken. Wer ein Staudenbeet im Garten hat, kann auch hier seine Auswahl überprüfen und vielleicht um die eine oder andere Pflanze ergänzen.
Teilnehmer der Kooperation "Kirchhain blüht"
- Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Ortsgruppe Kirchhain
- Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen - FG 26 Bieneninstitut, Erlenstraße 9, 35274 Kirchhain - Ansprechpartner Herr Dr. Ralph Büchler Tel.: 06422 / 94 06 - 0
- Stadt Kirchhain (siehe Kontakt)
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