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26.03.2026

Kirchhain erinnert an den 29. März 1945

Ein Tag, der mahnt und verpflichtet

Am 29. März jährt sich erneut jener Tag, an dem Kirchhain nach schweren und verlustreichen Kämpfen durch amerikanische Truppen eingenommen wurde.

Kurz vor Kriegsende versuchte eine kleine Einheit der Wehrmacht unter Führung eines SS-Offiziers, den Vormarsch der Alliierten aufzuhalten. Der Widerstand war militärisch aussichtslos – und doch forderten die Kämpfe einen hohen Preis: 40 junge deutsche Soldaten verloren ihr Leben, ebenso 18 Zivilpersonen, die in den Wirren der Gefechte ums Leben kamen.

Dass Kirchhain nicht vollständig in Schutt und Asche fiel, ist dem mutigen und besonnenen Handeln einzelner Bürger zu verdanken, die eine weitere Eskalation verhinderten. Dennoch brannten 26 Wohnhäuser und 29 Stallungen im Bereich Untergasse/Hinter der Mauer nieder, 43 Familien wurden obdachlos.

Die gefallenen Soldaten fanden auf dem Ehrenteil des Friedhofs ihre letzte Ruhestätte.

Der 29. März ist für Kirchhain ein Tag des stillen Gedenkens. Ein Tag, an dem wir uns bewusst machen, wie zerbrechlich Frieden ist – und wie groß die Verantwortung, ihn zu bewahren. Die aktuellen kriegerischen Auseinandersetzungen in der Welt, insbesondere der Krieg in der Ukraine, führen uns die Schrecken bewaffneter Konflikte täglich vor Augen.

In unser Erinnern eingeschlossen ist auch das Leid der ehemaligen jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger sowie all jener, deren Leben durch Krieg, Flucht, Vertreibung oder Zwangsarbeit unwiederbringlich verändert wurde. Die Ereignisse vor über 80 Jahren mahnen uns, wachsam zu bleiben und die Lehren der Geschichte nicht zu vergessen.

Erinnern heißt Verantwortung übernehmen. Der 29. März erinnert uns daran, wie wichtig es ist, sich für Frieden, Menschlichkeit und Verständigung einzusetzen – heute und in Zukunft.

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