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10.06.2022

Eichenprozessionsspinner - Auch in Kirchhain gibt es ihn

Überall in den Medien ist vom Eichenprozessionsspinner zu lesen und zu hören. Der Eichenprozessionsspinner (EPS) ist ein Falter oder auch Schmetterling. Er legt seine Eier auf den Stämmen von Eichen ab, es wurden aber auch schon Bodennester beobachtet. Dort entwickeln sie sich zu Larven. Sie ernähren sich von den jungen Eichenblättern. Der EPS durchlebt mehrere Larvenstadien bis er sich verpuppt, um als Falter zu schlüpfen und den Zyklus von vorn zu beginnen. Seinen Namen hat er davon, dass die Raupen sich in langen Reihen zum Fressen und zurück in die Nester bewegen; quasi wie in einer Prozession.

Eichenprozessionsspinner in Kirchhain?
Erstmals wurde der EPS in 2018 mit Befund in der Kirchhainer Gemarkung festgestellt und behandelt. Seither werden im Frühjahr die vom Vorjahr bekannten Standorten mit Nematoden behandelt. Die Nematoden werden mittels Luftdruck in den Abendstunden bzw. bei Nacht in die Bäume gebracht, um dort die Raupen zu schädigen.
Die Nachkontrolle auf Nester mit Raupen wird ab Mitte Juni durchgeführt. Die dann in den Bäumen befindlichen Nester werden abgesaugt und schadfrei entsorgt.

Warum das alles?
In den ersten Larvenstadien besitzen sie noch nicht die Brennhaare, die – ähnlich wie bei Brennnesseln, jedoch stärker juckend - rote Nessel-Flecken auf der Haut auslösen können oder in den Atemwegen Asthmaanfälle. Sollten Betroffene solche Symptome feststellen, nachdem sie in Kontakt mit den Larven gekommen sind, sollten sie nicht den Besuch beim Arzt scheuen.

Die Brennhaare verbleiben nach dem Schlüpfen der Schmetterlinge in den Nestern und können über fünf Jahre hinweg ihr Gift abgeben. Deshalb ist es wichtig, sowohl die Raupen (um die nächste Generation zu reduzieren) als auch die Nester zu entfernen, damit Mensch und (Haus-) Tier nicht mit den Brennhaaren in Kontakt kommen. Eine komplette Ausrottung der bei uns heimischen Tiere ist nicht möglich. Die Bekämpfung bzw. Kontrolle ist eine dauerhafte Aufgabe.

Sind alle Spinner gefährlich?
Es gibt auch andere Spinner, z.B. in Schlehenhecken oder Obstbäumen. Diese fressen zwar auch das Laub der Sträucher oder Bäume ab, die Gehölze können das aber in der Regel durch einen zweiten Austrieb der Blätter kompensieren. Für uns Menschen und Tiere sind diese Spinner in der Regel ungefährlich. Ihnen fehlen die Brennhaare.

Die Stadt Kirchhain bittet um ihre Hilfe
Sollten sie an einer Eiche Raupen beobachten: Bitte nicht berühren! Auch sollte man sich nicht unter diesen Baum setzen, da die Raupen bei Wind von den Bäumen fallen und somit direkter Kontakt mit den Brennhaaren entstehen könnte. Wenn sie Eichenprozessionsspinner auf Spielplätzen, an Radwegen, auf Friedhöfen oder in Grünanlagen entdecken, melden sie uns den Standort, damit wir als Stadt handeln können.

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