Die Stadt Kirchhain liegt am Nordrand des Amöneburger Beckens, welches seit ältesten Zeiten wechselnden Kultureinflüssen unterworfen war. Schon in prähistorischer Zeit kreuzte ein Netz von Fern- und Verbindungswegen diesen Raum. In diesem Durchgangsraum lassen sich seit dem frühen Neolithikum nahezu kontinuierlich mehrere Kultur- und Siedlungsepochen nachweisen. In der keltischen Latènezeit, die im Amöneburger Becken mit Beginn des 5. vorchristlichen Jahrhunderts angesetzt wird, kam es zum Höhepunkt des Siedlungsausbaus. Hingegen liegen aus der Epoche der römischen Besetzung Germaniens und der anschließenden Völkerwanderungszeit keine exakten Fundnachweise für dieses Gebiet vor. Erst um 700 n. Chr., mit Beginn der fränkischen Durchsetzung des nordhessischen Raumes, zeichnet sich wieder ein klares Siedlungsbild ab. Dieser Prozeß scheint gegen Ende des 8. Jahrhunderts abgeschlossen.

Territoriale Bildungen zeichneten sich aber erst gegen Ende des 12. Jahrhunderts ab. Hauptsächlich seit dem 13. Jahrhundet wurden die hessischen Landgrafen von Marburg aus territorialpolitisch offensiv, nachdem die Mainzer Erzbischöfe in den Besitz der Stadt Amöneburg und weiter Landstriche im Amöneburger Becken gelangt waren. Der hessische Gegenpol Kirchhain entwickelte sich immer mehr zum wirtschaftlichen und verkehrsmäßigem Zentrum der Beckenlandschaft. Der damalige Kampf um die Vorherrschaft in der Region spiegelt sich noch heute in den Konfessionen wider. Von den 12 Stadtteilen Kirchhains sind noch heute sieben überwiegend evangelisch und fünf überwiegend katholisch. 

 Nachdem die Landgrafen schon Ende des 13. Jahrhunderts weite Strecken des alten Fernstraßennetzes kontrollierten, begannen sie im 15. Jahrhundert mit dem Bau der Wittelsberger Warte (1431). Damit konnten sie den gesamten Verkehr der Fernstraße “Lange Hessen“ von Amöneburg weg und damit auf Kirchhain lenken. Einen weiteren Ausbau der Straßen und damit eine bessere wirtschaftliche Erschließung erfuhr Kirchhain vor allem im 19. Jahrhundet. Mit der Main-Weser-Bahn (1850) erhielt Kirchhain Anschluß an die Strecke Frankfurt-Kassel. Einen Anschluß nach Norden brachte die 1914 eingerichtete und 1980 im Zuge von Streckenstillegungen aufgehobene Wohratalbahn. Ansteigende Bevölkerungszahlen und die Abwanderung einzelner Gewerbe- und Geschäftszweige aus benachbarten Ortschaften nach Kirchhain zeugen von der günstigen Verkehrslage. Kirchhain wurde 1821 Verwaltungssitz des neugeschaffenen Kreises Kirchhain, der erst 1932 aufgelöst und dem Kreis Marburg zugeschlagen wurde. Bis zum 2. Weltkrieg glich das Bild Kirchhains dennoch ganz dem einer Ackerbürgerstadt. Die änderte sich erst langsam nach 1947/48 durch die Ansiedlung von Industriebetrieben. 

Die Gründung der Gesamtschule Kirchhain 1957 sowie die Erweiterungen der Beruflichen Schulen verstärkten zudem die Verflechtung der Stadt mit ihrem lebenskräftigen Hinterland. 

(Nach SCHULZE & UHLIG (1982): Gießener Geographischer Exkursionsführer, Band III)

1146 Erste Angaben über das Dorf Werploh
1238 Der Name Kirchhain erscheint zum ersten Male in einer Urkunde des Klosters Kalden
1327 Kirchhain ist im Besitz des Landgrafen Heinrich II. und wirkt als eine Ausfallspforte gegen die Mainzer Besitzungen in Oberhessen
1344 Fertigstellung der Burg in Kirchhain.
1352 Kirchhain wird urkundlich als Stadt genannt. Bürgermeister und Schöffen der Stadt werden ersucht, ihr Siegel an eine Urkunde anzuhängen. (Secretum Opodi Kyrchein)
1412 Überfall durch den Mainzer Amtmann in Amöneburg (Graf Heinrich von Waldeck) - dabei fast vollständige Verwüstung und großer Brand der Stadt
1457 Landgräfliche Schultheißen stehen an der Spitze der Stadt
1526 Die Stadt Kirchhain ist Sitz eines Untergerichts des Amtes Marburg
1529 Wahrscheinlicher Besuch Dr. Martin Luthers in der Stadt (auf dem Wege zum Religionsgespräch mit Zwingli in Marburg)
ca. 1533 Bau des Rathauses, Wahrzeichen der Stadt
1559 Das städtische "Weinhaus" wird am Marktplatz errichtet
1562 Bau des Treppenturms am Rathaus
1597 Infolge des Ausbruchs der Pest in Marburg kommen die fürstliche Kanzlei wie Teile der Marburger Universität nach Kirchhain
1612 Neubau des "Blauen Löwen" in der Borngasse
1755 Endgültige Einigung über die Landesgrenzen zwischen Hessen und Mainz und damit Beendigung des dauernden Streites zwischen Amöneburg und Kirchhain
1807 Die Stadt Kirchhain gehört dem "Departement der Werra" an und damit zum Königreich Westfalen
1813 Kirchhain kehrt zum Kurfürstentum Hessen zurück
1819 Abbruch der Torbefestigungen
1821 Mit der neuen Kreiseinteilung für Kurhessen wurde Kirchhain zur Kreisstadt mit den früheren Ämtern Amöneburg, Kirchhain, Neustadt und Rauschenberg (5 Städte und 37 Gemeinden) erhoben
1848 Ein "Volksrat" aus 12 Personen in der Stadt
1850 Eröffnung der Main-Weser-Bahn (Teilstrecke: Marburg - Kassel)
1866 Das Kurfürstentum wird mit Preußen vereinigt
1900 Eröffnung der Ohmtalbahn: Kirchhain-Homberg (Oberhessen) - Burg- und Niedergemünden
1914 Eröffnung der Wohratalbahn
1932 Ende der Kreisstadtfunktion
1952 600-Jahrfeier der Stadt Kirchhain
1957 Einrichtung der Gesamtschule Kirchhain
1966 Patenschaft mit Plomelin Bretagne / Frankreich
1971 bis 1974 Eingliederung von 12 Gemeinden in die Kernstadt
1980 Einrichtung einer Fußgängerzone, Stillegung und Abbau der Wohratalbahn
1981 Der Stadtteil Langenstein wird zur Förderung im Rahmen der Dorferneuerung vorgeschlagen
1984 Aufnahme der Altstadt (Kernstadt) in das Städtebauförderungsprogramm
1989 Fertigstellung und Übergabe der Heinrich-Weber-Halle (Großsporthalle)
1991 Aufnahme des Stadtteils Betziesdorf in das Dorferneuerungsprogramm
1991 Fertigstellung und Freigabe der Südumgehung Kirchhains (B 62)
1991 Ausweisung Industrie-Park Kirchhain
1993 Partnerschaft mit Doberlug-Kirchhain in Brandenburg
1993 Eröffnung des Jugend- und Kulturzentrums (JUKUZ)
1995 Bau des Kindergartens in Langenstein
1996 Modernisierung der Zentralkläranlage des abwasserverbandes Stadtallendorf-Kirchhain
1996 Bau des Kindergartens in Großseelheim
1997 Abschluß der Modernisierung "Blauer Löwe"
1998 Errichtung der Schulsporthalle in Großseelheim
1999 Erweiterung des Kindergartens "Steinweg" in Kirchhain
2000 Beginn der Rathaussanierung
2001 Bau eines Kindergartens in Emsdorf und in Niederwald
2002 650-Jahrfeier der Stadt Kirchhain
2002 Aufnahme Burgholz in das Dorferneuerungsprogramm
2002/03 Fertigstellung/Einweihung Rathaus (Sanierung)
2002/03 Aufnahme Himmelsberg in das Dorferneuerungsprogramm
2006 Umgestaltung des Marktplatzes
2007/08 Umgestaltung der Straßen „Unterm Groth, Am Brauhaus, Gänseburg und Gerichtsweg"
2009 Beginn der Maßnahme "Neubau eines Gesundheitszentrums am Festplatz" in Kirchhain
2010 Einweihung des Gesundheitszentrums am Festplatz in Kirchhain
2010 Beginn des Neubaus der Krabbelstube "Sonnenkinder" in Kirchhain
2010 Umfangreiche Hoch- und Tiefbauvorhaben im Stadtgebiet
2009/10 Umbau des Gebäudes "Schulstraße 10 in Kirchhain (ehemals Volksschule und Altenheim) zu Eigentrumswohnungen (durch die Firma Gade, Großseelheim)
2011 Einweihung der neuen Krabbelstube "Sonnenkinder" in Kirchhain
2011 Umbau/Sanierung der Räume des Gebäudes "Borngasse 29" - Einweihung des Jugend- und Kulturzentrums Kirchhain
2012 Abschluss der Dorferneuerungen in Burgholz und Himmelsberg
2012 Sanierung/Renovierung des ehemaligen städtischen Weinhauses (durch Privatperson)
2012 Sanierung der Außenfassade des Gebäudes "Borngasse 29" in Kirchhain
2012 Umbau des Bereichs "Bahnhofsvorplatz / Bahnhofsumfeld"
2012 Beginn des Umbaus und der energetischen Sanierung des Feuerwehstützpunkts am Fesplatz in Kirchhain

 

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