| Kirchhain blüht – wie geht es 2010 weiter? | |||||||
Nachdem das Gemeinschaftsprojekt von Stadt, Hessischem Bieneninstitut und BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) im Startjahr 2008 mit seinen üppigen Blühflächen die Kirchhainer Bürger begeistert hatte, wurden im letzten Jahr weitere Flächen hinzugenommen und gleichzeitig weitere Samenmischungen eingesetzt. So kamen neben den einjährigen, farbenfrohen und großblütigen Blütenpflanzen der Mössinger-Sommer-Mischung mehrjährige und vor allem einheimische Wiesenblumen zum Zug, so dass sich die Weiterbearbeitung der Flächen in diesem Jahr erheblich vereinfacht. Während die Mössinger-Sommer-Flächen jedes Jahr neu vorbereitet, gedüngt, eingesät, gewässert und von „unschönen Beikräutern“ befreit werden müssen, sind die Flächen mit den mehrjährigen einheimischen Wiesenkräutern im Herbst abgemäht worden und bedürfen zunächst keiner weiteren Bearbeitung. Sicherlich wird sich das Bild dieser Flächen in diesem Jahr ändern, denn wenn im letzten Jahr zunächst viele Blumenarten zum Keimen und Blühen kamen, werden in diesem Jahr nur diejenigen bleiben, die dauerhaft mit den Standortbedingungen zurecht kommen. Im Spätsommer/Herbst letzten Jahres hat die Stadt bereits Vorbereitungen getroffen, 2010 weitere exponierte Flächen ins Blühprogramm aufzunehmen. In Absprache mit dem ASV (Amt für Straßen- und Verkehrswesen Marburg) wurden die zwei Fahrbahnteiler an der B62 Abfahrt Kirchhain Ost (zum Gewerbegebiet) umgebrochen und mit mehrjährigen Blumensamen eingesät, ebenfalls die Böschung Richtung Stadtallendorf sowie eine städtische Fläche an der Ampelanlage bei Hof Netz. Ebenfalls im Herbst wurde durch die Zusammenarbeit mit dem Kieswerk Herrmann der frisch aufgeschüttete Erddamm an der neuen Auskiesungsfläche vor der Abfahrt der B 62 Kirchhain West eingesät. Hier kam auf Grund der steilen Böschung ein Nassspritzverfahren zum Einsatz. Wie man sieht, drängen die Blühflächen der Stadt immer weiter auch in den Außenbereich vor. Auch Nachbargemeinden – insbesondere Cölbe und Rauschenberg - ließen sich 2009 von der Blühidee anstecken, und viele Anfragen aus andern Gemeinden konnte die Stadt verzeichnen. Der eigentliche Erfolg des Projektes stellt sich jedoch erst durch die massenhafte Beteiligung der Bürger ein. Wie bereits in den beiden ersten Jahren kann die Mössinger-Sommer-Mischung bei Raiffeisen Kirchhain erworben werden und auf der Internetseite der Stadt kann man sich über die Bezugsadressen der anderen Samenmischungen informieren. Nur wenn viele Kirchhainer Bürger mitmachen und Teile ihrer grünen Rasenflächen in blühende Oasen verwandeln und sie auch bei der Anpflanzung von Sträuchern auf insektenfreundliche Arten achten, kann das Ziel des Projektes erreicht werden: Für Insekten sollen vermehrt Nahrungsquellen geschaffen werden, denn in der Feldflur werden blühende Flächen mit einem reichhaltigen Nektar- und Pollenangebot immer weiter zurückgedrängt. Doppelter Nutzen also: Bunte Blumenflächen als Nahrungsquelle für Insekten und ästhetischer Genuss für uns – wer möchte sich da nicht beteiligen? |
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